Zum Inhalt springen
calendio.

Terminerinnerung: 5 Vorlagen zum Kopieren — und der richtige Zeitpunkt

Porträt von Jan KotthoffJan KotthoffVeröffentlicht 7 Min Lesezeit

Die wirksamste Terminerinnerung geht am Vortag raus und enthält vier Dinge: Datum, Uhrzeit, Leistung und einen Link zum Verschieben. Der Ton bleibt freundlich und konkret — ein Ausweg statt einer Drohung. Unten findest du fünf fertige Mustertexte: Bestätigung, Erinnerung, Erinnerung mit Verschieben-Link, Nachfassen und Reaktivierung.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Terminerinnerung?

Am Vortag — rund 24 Stunden vor dem Termin. Das ist früh genug, dass die Kundin noch umplanen kann und du eine frei werdende Zeit über die Warteliste neu vergibst, und spät genug, dass der Termin bis zum nächsten Tag im Kopf bleibt. Eine Erinnerung fünf Tage vorher verpufft; eine zwei Stunden vorher rettet den Termin, aber nicht mehr deine Lücke.

Bei Großterminen lohnt eine zweite Erinnerung 48 Stunden vorher — aus einem einfachen Grund: Sie muss vor deiner Absagefrist ankommen. Wer eine kostenfreie Absage bis 48 Stunden vorher vereinbart hat, aber erst 24 Stunden vorher erinnert, erinnert zu spät zum kostenlosen Verschieben. Wie du Frist und Erinnerung aufeinander abstimmst, behandelt der Beitrag Terminabsage-Fristen.

Wann welche Nachricht rausgeht — und was sie erreichen soll
NachrichtZeitpunktAufgabe
TerminbestätigungSofort nach der BuchungTermin schriftlich festhalten, Kalenderdatei mitliefern
Zweite Erinnerung48 Stunden vorher, nur bei GroßterminenVor Ablauf der Absagefrist erreichen
Erinnerung24 Stunden vorher, am VortagVergessen verhindern, Ausweg anbieten
NachfassenAm Abend des verpassten TerminsBeziehung halten, Neubuchung anstoßen
ReaktivierungNach 90 Tagen ohne BesuchEingeschlafene Kundinnen zurückholen
Bestätigung: sofort nach der …120 Stunden Abstand zum TerminZweite Erinnerung (nur Großte…48 Stunden Abstand zum TerminErinnerung am Vortag24 Stunden Abstand zum TerminNachfassen: am Abend danach5 Stunden Abstand zum Termin
Der Nachrichten-Fahrplan an einem Beispieltermin, gebucht fünf Tage im Voraus: Abstand jeder Nachricht zum Termin in Stunden — die ersten drei liegen davor, das Nachfassen danach.

Welcher Ton funktioniert — und welcher schadet?

Freundlich, konkret, mit Ausweg — das ist die ganze Formel. Eine gute Erinnerung liest sich wie eine Gedächtnisstütze unter Bekannten, nicht wie eine Zahlungsaufforderung: Sie nennt den Termin beim Namen und macht das Verschieben leichter als das Wegbleiben.

  • Konkret statt allgemein: „Morgen, Freitag, 14:00 — Balayage bei Sarah“ schlägt „Ihr bevorstehender Termin“ um Längen. Konkrete Angaben wirken wie ein Eintrag im eigenen Kalender.
  • Ein Ausweg, ein Link: Wer verschieben kann, ohne anrufen zu müssen, meldet sich — wer nur eine Telefonnummer und Öffnungszeiten bekommt, bleibt im Zweifel still weg.
  • Keine Drohung an der falschen Stelle: Die Stornoregel gehört in die Buchung und die Bestätigung, nicht fett gedruckt in jede Erinnerung. Eine Erinnerung, die nach Mahnung klingt, kostet Sympathie bei den 95 Prozent, die sowieso kommen.
  • Kurz: Drei bis vier Sätze. Die Erinnerung ist ein Handgriff für die Kundin, kein Newsletter.

Der Ausweg ist dabei wichtiger als der Druck, denn dein Ziel ist nicht, Recht zu behalten — es ist, die Zeit zurückzubekommen. Eine Absage am Vortag ist ein Gewinn, kein Ärgernis: Die Lücke lässt sich noch füllen. Was ungefüllte Ausfälle kosten und wie Erinnerung, Anzahlung und Ausfallgebühr zusammenspielen, rechnet der Ratgeber Terminausfälle senken vor.

Die Mustertexte vor dem Termin: Bestätigung und Erinnerung

Die folgenden drei Texte kannst du wörtlich übernehmen — die Angaben in eckigen Klammern ersetzt du durch deine eigenen. Sie sind als E-Mail gedacht, mit dem Termin in der ersten Zeile, damit er schon in der Posteingangs-Vorschau sichtbar ist.

Vorlage 1 — Terminbestätigung, sofort nach der Buchung: „Hallo [Vorname], dein Termin steht: [Leistung] am [Wochentag], den [Datum], um [Uhrzeit] bei [Mitarbeiterin] — [Salonname], [Adresse]. Wir haben [Dauer] fest für dich reserviert. Im Anhang findest du die Kalenderdatei für dein Handy. Falls etwas dazwischenkommt, kannst du den Termin über diesen Link jederzeit verschieben oder absagen: [Terminlink]. Bis bald!“

Vorlage 2 — Erinnerung am Vortag: „Hallo [Vorname], eine kurze Erinnerung: Morgen um [Uhrzeit] ist dein Termin — [Leistung] bei [Mitarbeiterin]. Wir freuen uns auf dich. Bis morgen!“

Vorlage 3 — Erinnerung mit Verschieben-Link, für längere Termine: „Hallo [Vorname], morgen um [Uhrzeit] ist dein Termin: [Leistung] bei [Mitarbeiterin] — wir haben [Dauer] fest für dich reserviert. Passt es morgen doch nicht? Kein Problem: Über diesen Link verschiebst du den Termin mit zwei Klicks: [Terminlink]. Gib uns nur bitte bis heute Abend Bescheid — dann können wir die Zeit noch jemandem von der Warteliste anbieten. Bis morgen!“

Der letzte Satz von Vorlage 3 ist kein Trick, sondern Transparenz: Er erklärt, warum eine frühe Absage hilft. Die meisten Menschen lassen einen Termin nicht aus Bosheit platzen — sie wissen schlicht nicht, was ihr Schweigen kostet. Wer es ihnen freundlich sagt, bekommt frühere Absagen.

Die Mustertexte nach dem Termin: Nachfassen und Reaktivierung

Nach dem Termin entscheidet sich, ob aus einem Ausfall eine verlorene Kundin wird. Die beiden folgenden Texte decken die zwei häufigsten Fälle ab — den geplatzten Termin und die Kundin, die einfach lange nicht mehr da war.

Vorlage 4 — freundliches Nachfassen nach einem verpassten Termin, am selben Abend: „Hallo [Vorname], wir haben dich heute um [Uhrzeit] vermisst und hoffen, dass alles in Ordnung ist. Wenn du magst, such dir hier einfach eine neue Zeit aus: [Buchungslink]. Bis bald!“

Kein Vorwurf, keine Rechnung, kein „leider müssen wir darauf hinweisen“ — beim ersten Ausfall ist Nachsicht die richtige Antwort, denn meistens steckt ein krankes Kind oder ein vergessener Kalendereintrag dahinter. Erst bei Wiederholung wird der Ton sachlicher und die Ausfallregel Teil der Nachricht. Woran du Wiederholungsfälle erkennst und wie du fair abstufst, zeigt der Beitrag Kunden erscheinen nicht zum Termin.

Vorlage 5 — Reaktivierung nach 90 Tagen ohne Besuch: „Hallo [Vorname], dein letzter Besuch bei uns ist jetzt gut drei Monate her — höchste Zeit für [Leistung]? [Mitarbeiterin] hat nächste Woche noch freie Zeiten: [Buchungslink]. Wir freuen uns auf dich!“

Vorlage 5 ist Werbung, keine Terminabwicklung: Sie braucht in der Regel eine dokumentierte Einwilligung der Kundin und einen Abmeldelink im Fuß der Mail. Bestätigung und Erinnerung zu einem gebuchten Termin sind dagegen Teil der Abwicklung — sie dürfen und sollen ohne Werbeeinwilligung rausgehen.

E-Mail oder SMS — was ist besser für Terminerinnerungen?

Beides erreicht die Kundin — der nüchterne Unterschied liegt in Kosten und Inhalt. Eine SMS ist auf etwa 160 Zeichen begrenzt und kostet je Nachricht: Studiolution etwa berechnet 2,50 € im Monat plus 0,07 € pro SMS (Studiolution-Preisliste, abgerufen 26.08.2026). Eine E-Mail kostet nichts extra und trägt mehr: den vollständigen Termin, die Kalenderdatei fürs Handy und den Verschieben-Link.

Was SMS-Erinnerungen im Jahr kosten würden Modellrechnung

Termine pro Monat (kleiner Salon)
250
SMS je Termin (Bestätigung + Erinnerung)
2
Preis je SMS (Marktreferenz Studiolution)
0,07 €
SMS-Grundgebühr pro Monat
2,50 €
Kosten pro Monat
250 × 2 × 0,07 € + 2,50 € = 37,50 €
SMS-Kosten pro Jahr in diesem Modell
450 €

Annahmen: Modellrechnung mit offenen Annahmen: 250 Termine/Monat entsprechen einem kleineren Salon; die SMS-Konditionen stammen aus der öffentlichen Studiolution-Preisliste als Marktreferenz (abgerufen 26.08.2026). E-Mail-Versand verursacht in Calendio keine Zusatzkosten, in allen Tarifen.

Zu Öffnungsraten kursieren viele Prozentwerte — belastbare, unabhängige Zahlen für Salon-Erinnerungen gibt es nicht, deshalb behaupten wir hier keine. Calendio versendet aus diesen Gründen bewusst nur E-Mail: kostenfrei in jedem Tarif, mit Kalenderdatei im Anhang und einem geheimen Terminlink zum Verschieben und Absagen. Der Ausweg, der Termine rettet, steckt im Link — nicht im Kanal.

Wie automatisierst du Bestätigung und Erinnerung?

Von Hand ist der Fahrplan nicht durchzuhalten — niemand geht jeden Abend die Terminliste von morgen durch und tippt zwanzig Mails. In Calendio läuft er deshalb automatisch: Die Bestätigung geht sofort nach der Buchung raus, die Erinnerung wahlweise 48, 24 oder 2 Stunden vorher, jede Mail mit Kalenderdatei und Verschieben-Link. Die Texte passt du im Vorlageneditor der Benachrichtigungen an deinen Ton an — einmal, nicht bei jedem Termin.

E-Mail-Vorschau — Terminerinnerung
Dein Termin morgen um 09:00Beispielsalon Hasenbein · an Anna Berger

Hallo Anna, morgen um 09:00 ist dein Termin zur Balayage bei Sarah im Beispielsalon Hasenbein, Filiale Innenstadt. Plane etwa 2,5 Stunden ein.

Termin im Anhang für deinen Kalender (.ics)

Termin ansehen oder verschieben
24 Stunden vorher, automatisch: Die Erinnerung trägt die Farben des Salons, den Termin als Kalenderanhang — und den Link zum Verschieben, damit aus „vergessen“ kein leerer Stuhl wird.

Die Reaktivierung nach 90 Tagen ohne Besuch übernimmt die Marketing-Automatik — mit Einwilligungsprüfung und Abmeldelink, wie es sich für Werbung gehört. Das freundliche Nachfassen nach einem verpassten Termin bleibt dagegen bewusst ein Handgriff: Ein Mensch entscheidet, ob heute Nachsicht oder Klartext dran ist. Mit Vorlage 4 dauert er zwei Minuten.

Checkliste: Erinnerungs-Routine in einer Stunde einrichten

  • Vorlagen 1 bis 3 übernehmen und Anrede, Salonname und Unterschrift anpassen — einmal sauber, dann läuft es.
  • Erinnerungszeitpunkt festlegen: Vortag als Standard, bei Terminen ab 90 Minuten zusätzlich 48 Stunden vorher.
  • In jede Erinnerung einen Verschieben-Link aufnehmen — keine Telefonpflicht für Absagen.
  • Absagefrist und Erinnerung abgleichen: Die Erinnerung muss ankommen, bevor die kostenfreie Absage abläuft.
  • Vorlage 4 griffbereit ablegen und am Abend eines Ausfalls persönlich abschicken — ohne Vorwurf.
  • Reaktivierungsmails nur an Kundinnen mit dokumentierter Einwilligung senden, immer mit Abmeldelink.
  • Nach einem Quartal prüfen: Kommen Absagen früher und lassen sich mehr Lücken neu vergeben?

Häufige Fragen

Fünf Angaben: Datum mit Wochentag, Uhrzeit, Leistung, Name der Mitarbeiterin und ein Link zum Verschieben oder Absagen. Bei längeren Terminen zusätzlich die reservierte Dauer — sie macht spürbar, was bei einem stillen Wegbleiben verloren ginge. Kleingedrucktes und Stornodrohungen gehören nicht hinein.

Die fünf Vorlagen funktionieren ab heute, mit jedem System — zur Not aus dem Mail-Programm deines Empfangs. Calendio nimmt dir den Teil ab, der sich von Hand nicht durchhalten lässt: Bestätigung und Erinnerung automatisch, mit Kalenderdatei und Verschieben-Link, und die 90-Tage-Reaktivierung über die Marketing-Automatik. Das Nachfassen nach einem verpassten Termin bleibt bewusst bei dir — weil ein Mensch besser als jede Software entscheidet, ob heute Nachsicht oder Klartext dran ist.

Porträt von Jan Kotthoff

Jan Kotthoff Gründer von Calendio

Jan Kotthoff hat Calendio gebaut, weil ihn eine Frage nicht losließ: Warum blockt eine Salonsoftware die Einwirkzeit, obwohl in dieser Zeit niemand arbeitet? Er schreibt hier über das, was er beim Bauen und im Gespräch mit Salons gelernt hat — mit offenen Rechenwegen statt Behauptungen.

Quellen

Weiterlesen